Eine halbe Stunde Busfahrt von Jerusalem entfernt liegt Bethlehem. Die Geburtsstadt
Jesu zählt zu den wichtigsten christlichen Städten in ganz Israel. Dennoch kommen
abgesehen von den überall auftauchenden Busladungen nur wenige Touristen hierher.
Denn Bethlehem liegt in einem Palästinensergebiet.
Unter Rucksacktouristen diskutiert man eifrig wie kontrovers, ob man die
palästinensischen Gebiete ohne größere Komplikationen allein bereisen könne bzw. ob
sich das überhaupt lohne. Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und einen der wenigen
Busse bestiegen, die von Jerusalem nach Bethlehem fahren. An der Grenze zum
Palästinensergebiet muß das Gefährt anhalten. Einige grimmig anmutende Uniformierte
entern den Bus schwer bewaffnet, aber das ist hier ja jeder zweite. Wahllos lassen
sie sich einige Ausweise vor die Nase halten, dann steigen sie wieder aus.
Bethlehem selbst erweist sich als gänzlich unglamourös
und wirkt heruntergekommen-ärmlich. Zu allem Überfluß ist der Ort gerade mitten in
einer Totalsanierungsmaßnahme. Überall wird in blindem Eifer gepflastert, gemauert und
gehämmert. Weihnachten 2000 soll wenn es nach den Verantwortlichen der örtlichen Tourismusbehörde geht ein Fest werden. Touristen aus aller Welt sollen reichlich Geld in die Kassen der Stadt fließen lassen und damit es jene meist religiösen Pilger im Geburtsort Christi so nett wie möglich haben, werden Verschönerungsmaßnahmen vorgenommen. Daß tatsächlich dringender Handlungsbedarf besteht, zeigt unser Foto. |
Die Souvenir-Shops in Bethlehem haben wenig Kundschaft.
Fast alle Touristen kommen via Reisebus hierher, haben im günstigsten Fall eine halbe
Stunde zum Besichtigen der Geburtskirche und verschwinden anschließend genauso schnell im
Busbauch wie sie gekommen sind. Kein guter Deal für die lokalen Andenkendealer. Selbige
offerieren alles, was in irgendeiner Form an den Herren Jesus erinnert. Bis hin zur
Dornenkrone. Kein Spaß! |