Einleitung
Impressum
Ins Kibbuz zur Orangenernte? witzelt eine Kollegin, als ich kundtue, daß
ich nach Israel reisen werde. Andere äußern Bedenken. Vor Konfrontation mit der
deutschen Vergangenheit. Vor fanatischen Extremisten. Vor Terroranschlägen. Im heiligen
Land selbst ist die Angst unlängst größer. An jeder Ecke durchwühlen Uniformierte
Mülleimer, vor Einkaufszentren werden Taschen mit Metalldetektoren überprüft und an der
Klagemauer herrschen ähnliche Sicherheitsbedingungen wie an deutschen Flughäfen. So ist
das Reisen in Israel dann auch alles andere als relaxed. Aber ein Abenteuer, ja, das ist
es.
Einige Worte zur Sicherheit
Vertrauen ist gut, Kontrolle besser
Das Abenteuer beginnt bereits am Düsseldorfer Flughafen, am gut bewachten Schalter der
israelischen Fluggesellschaft El Al. Ich bin vom El Al-Sicherheitsservice
stellt sich die Frau mit den roten Locken vor. Und lächelt nicht. Sie müsse uns einige
Fragen stellen. Warum wir nach Israel reisen zum Beispiel, wen wir im heiligen
Land kennen und welche Orte wir denn genau besuchen möchten. Wir antworten.
Ausführlich, freundlich, vergeblich. Ich muß Sie bitten ihre Rucksäcke
auszupacken, sagt die Sicherheitsfrau nach 15-minütiger Inquisition. Wir seufzen
und machen uns daran T-Shirts und Bücher, Sonnencreme und Unterhosen aus dem
Gepäckstück zu zerren. Alles wird eingehend begutachtet, befingert, befühlt. Als wir
schon nicht mehr damit rechnen, kommt endlich die Order: Alles wieder
einpacken. Erleichtert stopfen wir wahllos Leibwäsche, Bücher, Kulturbeutel und
Shorts in die Rucksäcke, die wir noch vor wenigen Stunden so sorgsam und ordentlich
gepackt hatten. Ist jetzt egal. 10 Minuten bis zum Abflug. Die Sicherheitsbeamtin weicht
nicht von unserer Seite, geleitet uns auf geheimen Pfaden zu unserer Maschine. Dort
angekommen, wünscht sie eine gute Reise und zeigt den Ansatz eines Lächelns.
Na bitte, geht doch. Kurz darauf sind wir bereits über den Wolken und nehmen Kurs auf Tel
Aviv. |