Jordanien/Petra


Von Elat aus unternehmen wir einen Tagesausflug ins benachbarte Jordanien, genauer gesagt in die Felsenstadt Petra. Mit dem Mietwagen geht es bis zur Grenze. Dort muß man düster dreinblickenden Grenzbeamten ein Bündel Scheine über den Schalter schieben und erhält im Gegenzug ein Tagesvisum. Wir freuen uns wie die Schneekönige über das Visum (was ziemlich schwierig ist bei wüstenheißen 45 Grad Celsius) und entern hinter der Grenzstation ein klimatisiertes Taxi, das uns sicher und bequem in die Felsenstadt bringen soll. Der jordanische Fahrer wird sämtlichen Klischees gerecht, schnabelt pausenlos in sein Handy und hat einen Sohn mit Namen Achmed.
 

DIE ERDE ABER WAR WÜST UND LEER

Wüste WüsteWas lange lediglich Vermutung war, wird auf der Fahrt nach Petra zur Gewißheit. Gott fiel, als er einen Großteil der Erde bereits fertig moduliert hatte, in ein Motivationsloch, das ihn wiederum in eine tiefe Schaffenskrise führte. Er fühlte sich lustlos und matt – und beschloß den letzten Teil des Erdenballs nicht zu gestalten, sondern ihn wüst und leer zu belassen. Gott sah, daß der letzte Teil der Erde alles andere als gelungen war, aber er hatte absolut keinen Bock mehr auf „Schaffen“. Er nannte den wüsten und leeren Teil der Welt Jordanien. Dann legte er sich ins Bett.

 

MELONEN-MAHL

Kein Zwang, nur unter Freunden„It looks like the moon“ sagt unser jordanischer Driver über sein Heimatland. Mitten in der kraterigen Landschaft stoppt er seine Droschke, steigt aus und zaubert – als wir schon das schlimmste vermuten – eine Medizinballgroße Wassermelone aus dem Kofferraum seines gelben Gefährts. Mittels eines riesigen Messers schneidet er den Koloß in akkurate Scheiben und lädt seine vier Passagiere auf ein erfrischendes Melonenmahl im heißen Wüstensand. „Good?“ fragt er und schaut uns erwartungsfreudig ins Auge. Wir nicken eifrig und lächeln. „Good“ sagt er, diesmal ohne Fragezeichen. Und gräbt seine Zähne gierig in das rote Fruchtfleisch.

 

WÜSTENSCHIFF

WüstenschiffIst doch wohl claro, daß auch die Jordanier längst Mittel und Wege gefunden haben, an das Innenleben der touristischen Brieftaschen zu gelangen. Zu Fuß gehen, so die Meinung des Jordaniers, ist des Touristen Sache nicht. Vor allem nicht mehrere Stunden und unter sengender Sonne. Und da der Jordanier in aller Regel eher von schmächtiger Statur ist und so den beleibten Touristen nicht auf seinen Schultern durch die Schlucht wuchten kann, bietet man den Rücken von Pferden und den noch belastbareren Wüstenschiffen an. Selbige sind albern-bunt geschmückt, lungern an den wenigen schattigen Plätzchen herum und bemühen sich derart abweisend in die Welt zu schauen, daß dem faulen Touristen jegliche Lust vergeht, auf den offerierten Rücken zu klettern.

 

WÜSTENSOHN

Winne2Die tiefe Felsenschlucht von Petra böte die ideale Kulisse für jeden Wildwest-Film. Doch auch ohne Kameras vor Ort preschen jede Menge Möchte-Gern-Rothäute über die staubigen Wege. So wie unser Freund im Bild, der seinem feuerigen Pferd die Sporen gibt und sich dabei ganz wie „im wilden Kurdistan“ fühlt.

 

Einleitung Bethlehem Tel Aviv
See Genezareth Jerusalem Totes Meer
Haifa Jordanien / Petra Essen & Trinken