Tel Aviv

Tel Aviv („Frühlingshügel“) ist ein Vulkan. Seit ihrer Gründung im Jahre 1910 ist die Stadt einwohnermäßig förmlich explodiert. Heute beherbergt der Großraum Tel Aviv knapp zwei Millionen Menschen. Junge Menschen, rund die Hälfte der Bevölkerung ist zwischen 20 und 30. Amüsement, Freizeitvergnügen, Spaß ist in Israels größter Metropole Pflicht. Während in Jerusalem gebetet und in Haifa gearbeitet wird, widmet man sich in Tel Aviv vorrangig dem Leben. Und das nicht zu knapp.

 

COOL AM STUHL

Cool am StuhlSitzgelegenheiten braucht man in Tel Aviv en masse. Die brennende Sonne bleicht nicht nur die gelbe Farbe aus den Kunststoffsitzen, sondern macht auch die menschlichen Körper müde bis matt. Die Gedanken werden matschig, die Haut brennt und die Beine schaffen es allerhöchstens noch in den Schatten des nächsten Straßencafés, der nächsten Strandbar, des nächsten Restaurants. Dort läßt man – bei einer kleinen Erfrischung - die Blicke ruhen auf den israelischen Weiblichkeiten, die nicht umsonst als die „hübschesten der Welt“ gelten. In der Gewißheit, das ihnen mindestens genausoviel Aufmerksamkeit zuteil wird, wie den türkisen Wellen des Mittelmeeres, schütteln sie ununterbrochen ihr lockiges Wallehaar. Fast so, als hätte ihnen Helge Schneider höchstpersönlich Anweisung gegeben. Aber den kennt hier ja keiner...

 

HEIMAT DER ORANGEN

Was das Etikett Chiquita für hiesige Importbananen ist, bedeutet der Stempel Jaffa für Orangen. Ob die leuchtenden Zitrusfrüchte tatsächlich aus dem gleichnahmigen arabisch geprägten Tel Aviver Ortsteil kommen blieb eine der vielen offenen Fragen unseres Israel-Aufenthaltes. Fest steht aber, daß wir in Jaffa, genauer gesagt in einer kleinen Bude zu Füßen des Uhrentums die besten Felafels in ganz Israel konsumierten. Die wagenradgroßen Fladen wurden auf einer heißen Platte stets frisch gebacken und dann mit den üblichen Zutaten gefüllt. Beim Essen konnte man dann arabische Männergruppen beim Verzehr riesiger Vorspeisenteller beobachten. Und den geschmackvollen Klängen aus dem Radio lauschen, hatten die emsigen Imbißbudenbesitzer doch einen Kanal mit überwiegend alternativ-gitarrenorientierten Klängen gewählt. Wir danken nachträglich und aus der Ferne.
 

WO AM HAFEN DIE SCHIFFE UND DIE FISCHE SCHLAFEN

Schiffe schlafen im HafenNeben den weltbesten Falafels hat Jaffa durchaus noch anderes zu bieten. Den täglichen Trödelmarkt zum Beispiel, der direkt vor unserer Herberge stattfand und – sehr zu unserem Leidwesen – bereits vor Tau und Tag begann. Die engen Gäßchen der Altstadt, die malerisch anmuten, leider aber fest in der Hand von Souvenir-Verkäufern und Touri-Neppern sind. Oder das authentischere Hafenviertel am Rande der Altstadt. Erfüllt vom Knattern der Motoren, vom lautstarken Schwatzen der Fischer. Am Rande des Hafenbeckens, neben zum Trocknen ausgebreiteten Netzen locken Dutzende kleiner Fischlokale, in denen das just gefangene Schuppentier vom hungrigen Wanderer rubbel-die-Katz (M. Schütz) verschlungen werden kann.

VERSTEHEN SIE HEBRÄISCH?

In Tel Aviv treffen wir Susanne aus Frankfurt. Die angehende Juristin arbeitet für ein halbes Jahr in einer Tel Aviver Anwaltskanzlei, absolviert dort einen Teil ihres Referendariats. Sie kennt die alltäglichen Probleme in Sachen Kommunikation, zumal sie wegen der günstigeren Mieten in Ramat Gan, dem russischen Viertel der Stadt wohnt. „Mit der Verkäuferin in meinem Supermarkt kann ich mich nur über Zeichensprache verständigen“, lacht die 30jährige. Es gibt allerdings immer wieder Situationen, da einen auch das Sprechen mit Händen und Füßen keinen Schritt weiter bringt. Dieses vergitterte Gebäude mit seiner umfassenden Beschilderung zum Beispiel rief in uns tiefe Ratlosigkeit hervor. Handelt es sich um

  1. Tel Avivs kleinstes Gefängnis
  2. Eine Verkaufsstelle für Lotterielose
  3. Einen Käfig zur Brieftaubenzucht

Was meinen Sie, lieber Leser?
 

Unsere Empfehlungen für Tel Aviv

Einleitung Bethlehem Tel Aviv
See Genezareth Jerusalem Totes Meer
Haifa Jordanien / Petra Essen & Trinken